| Event Bericht vom PKRA Contest auf Fuerteventura
von Susi Mai
Jippie! Nach drei Tagen ohne Schlaf und ohne viel
Essen bin ich endlich in Fuerte angekommen.
S(c)hre(c)k 1:
Der Flieger von Santo Domingo nach Madrid hatte fast zehn Stunden
Verspätung, und mein Freund Jose Luis Ciriaco und ich haben
alle Anschlussflüge nach Fuerte verpasst. Wir mussten eine
Nacht in Madrid verbringen. Also sind wir ins Kino, haben Shrek
2 angeschaut (ist absolut empfehlenswert) und Madrid hab ich so
auch mal gesehen.
S(c)hre(c)k 2:
Als wir vom Taxi aus den Strand sehen, fahren die ganze Zeit rote,
gelbe und grüne Flaggen rauf und runter.
Ich dachte schon, dass wir alles verpasst haben. Aber als wir dann
beim Contest eingelaufen sind, haben wir glücklicherweise erfahren,
dass es nur die Qualifikation war und der richtige Contest erst
heute losgeht. Mein Freund war sowieso schon qualifiziert und bei
uns Mädels gab es keine Quali. Puh, Glück gehabt, dass
gestern so wenig Wind war, dass sie nur die Quali fahren konnten

Heute früh sind wir dann wie die Zombies über das Frühstücksbuffet
hergefallen. Dank Jetlag war ich ewig wach, und entsprechend sieht
man dann eben aus. Nichts fuer Sponsor Aufnahmen!!! Dann musste
gleich alles ganz schnell gehen: Bretter zusammenschrauben, Kite
aufpumpen, und raus aufs Wasser.
Erst war ich ganz glücklich, weil der Wind nicht so stark war.
Aber dann fing es richtig an zu blasen und ich musste doch meinen
Vierer-Kite nehmen. Den hab ich mir extra für hier bestellt
(weil es hier immer zu viel Wind hat) und heute zum ersten Mal in
der Hand gehabt. Ich könnte jetzt wirklich nicht sagen, dass
es Liebe auf den ersten Blick war. Normal bin ich mit zehn Quadratmetern
unterwegs und das “Schneuztücherl" ist sauschnell,
hebt mich aber kaum in die Luft. Das Ding ist total hysterisch
gerade bei acht Windstärken lässt es sich kaum kontrollieren,
wenn man 45 Kilo wiegt. Erst als ich ihn vier oder fünf Mal
so richtig ins Wasser getaucht hab, ging es dann besser.
Als ich dann im Heat um Platz drei oder vier gestartet bin, war
ich schon richtig entspannt. Vierte zu werden wäre eh schon
perfekt gewesen. Und dann musste ich in dieser Runde gegen Petra
Göschl fahren. Die ist mein großes Vorbild und grade
wenn ich gegen Sie fahre, denke ich, dass verlieren keine Schande
ist. Komischerweise gelingen mir dann plötzlich Sachen, die
sonst gar nicht gehen. Und so bin ich heute dritte geworden!!!!!
Jetzt bin ich total ausgehungert und muss dringend was essen. Weil
ich heute gut gefahren bin, muss ich morgen erst später ran.
Also kann ich heute Abend ohne schlechtes Gewissen auf die Party
gehen - yeah! - und morgen hoffentlich mit oder ohne Kopfweh den
dritten Platz halten. Naja, so wie es kommt passt es!
Übrigens hab ich immer noch ein Jetlag. Ich weiß nicht,
ob ich müde bin oder nicht. Nein, ich bin müde, aber schlafen
kann ich eh nicht. Also Party!!!!
Naechster Tag:
Heute nur kurz - die wildgewordenen Spanier warten.
Gestern gab es für mich doch keine Party mehr. Ich war sooo
müde. Und dank Schlaf bin ich heute frisch am Start.
Anfangs war der Wind etwas leichter und er fing auch erst viel später
an als gestern. Aber dann war er so schlecht und böig, dass
man kaum fahren konnte und der Event immer wieder unterbrochen wurde.
So um zwei war es dann ganz ok und wir dachten am Nachmittag wird
es besser. Aber es war genau das Gegenteil der Fall: Einmal sind
die Leute mit 12ern raus, dann mit 8ern.
Ich musste heute wieder gegen Angela fahren, gegen die ich ja gestern
weiter gekommen bin. Es war total böig und viel zu wenig Wind
für meinen kleinen Kite und für den größeren
war es zu viel. Den Heat hab ich dann verloren, also “nur"
Platz fünf. Aber ich bin trotzdem super happy und ein bisserl
Preisgeld gibt es ja auch. Das kommt ins Sparschwein für meinen
neuen Laptop. So langsam kommt was zusammen für den kleinen
Apple.
Nach dem Ausscheiden sind wir faul am Strand rumgesessen und haben
den anderen zugeschaut. Die Finals waren echt spannend. Aaron Hardlow
hat seinen Kite verloren. Petra Göschl hat ihm dann ihren gegeben.
Den hat er aber nach dem zweiten Sprung auch verloren und dann konnte
er nur noch schwimmen.
Jetzt bin ich gespannt, was morgen dran kommt. Es wird davon geredet,
dass wir Boardercross ausprobieren werden. Das haben wir noch nie
gemacht. Mit über Bojen hüpfen und so weiter. Ich hab
keine Ahnung wie das wird.
Heut Abend geht es jedenfalls rund. Ich bin nicht so müde,
da ich ja nur einen Heat fahren musste.
Und jetzt muss ich wirklich los. Die Spanier warten. Und später
geht es auf alle Fälle zur Party ins Worldcup-Zelt.
Naechster Tag:
Nachdem es gestern Nacht sehr lustig und auch sehr spät war,
sind wir heute erst so gegen Mittag mit rauchverquollenen Augen
zum Strand gestolpert. Zum Glück ging es den Anderen nicht
besser: Alle haben nur ins Leere gestarrt und es war das ein oder
andere leise Stöhnen zu vernehmen.
Gegen Eins ging es dann los mit dem Supercross. Wir haben alle nicht
richtig gewusst, was uns da erwartet, weil diese Art von Wettbewerb
heute zum allerersten Mal gestartet wurde. Erst waren die Männer
dran, teilweise mit katastrophalen Folgen. Beim Start saßen
alle aufeinander fünf Kites nebeneinander am Himmel,
jeder Kite hat durch die Leinen 20 Meter Radius und bei der kleinsten
Bewegung ist der Kite vom Einen im Kite vom Andern. Einer hat seinen
Kite verloren, der hat dann direkt den Kite des Anderen umwickelt.
Aber es ist zum Glück keinem was passiert. Im Halbfinale haben
Jaime und Martin zwei Meter vor der Ziellinie noch schnell ihre
Kites ineinanderverheddert und mussten dann ins Ziel schwimmen.
Bei den Frauen war dann mal kein Wind mehr. Also warten und dann
ging es los.
Es war echt Lotto, ob man jetzt die richtige Kitegröße
erwischt hat. Kristin und ich haben uns vertippt und sind nicht
mal um die erste Boje gekommen.
Aber es macht echt Spaß mit den Hindernissen und Bojen...
Es war gut, dass der Boardercross heute mal ausprobiert wurde. Alle
dachten immer, das wäre langweilig. Aber wie man heute gesehen
hat, hat es durchaus seine lustige Seite.
Jetzt ist erstmal drei Monate kein Worldcup-Contest. Das ist ein
bisschen schade, weil wir in den letzten drei Monaten fünf
Wettbewerbe gefahren sind und uns nie länger als zwei Wochen
nicht gesehen haben. Jetzt verteilen wir uns wieder in alle Himmelsrichtungen
und sehen uns drei Monate lang nicht.
Erst wieder im November in Brasilien.
Heute Abend geht es noch mal rund. Und morgen wollen wir vielleicht
tagsüber in den Norden der Insel fahren, um dort zu kiten.
Morgen Abend ist dann Siegerehrung. Das ist ein Pflichttermin und
wer nicht erscheint muss 50 Dollar Strafe zahlen. Aua! Der wahre
Pflichttermin ist aber die Party danach. Yeah!
Am naechsten Tag kamen alle morgens in das Eventzelt
gekrochen und waren fast ein bisschen froh das der Wind den ganzen
Tag nie richtig durch kam. Um 4 Uhr wurde der Contest dann offiziell
abgesagt und die eigentlich 2 Runde des Boardercross fiel sprichwoertlich
ins Wasser.
Gegen 5 Uhr sassen wir dann schon alle wieder im
Verpflegungszelt bei Bier, Rum Cola und Jaegermeister. Da wir alle
tagsueber nichts gegessen haben, stieg die Stimmung und der Alkoholspiegel
extrem schnell an und um 8 Uhr waren dann alle schon so erledigt,
dass die Motivation auf die Preisverleihung eher gering war.
Endergebnisse:
Männer:
Martin Vari (ARG)
Aaron Hadlow (UK)
Etienne Lhote (FRA)
Ruben Lenten (HOL)
Gianni Aragno (ESP)
Frauen:
Kristin Boese (GER)
Ingrid Koellbichler (AUT)
Petra Goeschl (GER)
Angela Peral (ESP)
Ich (GER)
Letztendlich war aber alles noch ganz lustig und
die meisten hielten auch noch auf der Abschlussparty bis morgens
um 5 durch.
Wie jedes Jahr war Fuerteventura wieder ein High Wind Contest mit
"nuklearen" Bedingungen.
Danke an alle Sponsoren und Organisatoren.
Susi
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